Über uns

Wissenschaftsethik der Forschung für Nachhaltige Entwicklung: Zweckorientierung – Engagement – Umgang mit Ungewissheit – Kommunikation

Leitung
Dr. Simon Meisch

Die Nachwuchsforschungsgruppe untersucht die wissenschaftstheoretischen und wissenschaftsethischen Herausforderungen der Forschung für nachhaltige Entwicklung.

Der Begriff der Nachhaltigkeit erfreut sich einer großen Bekannt- und Beliebtheit: Er ist jedoch insofern irreführend, als er den einen nachhaltigen Endzustand zu beschreiben scheint. Je nach Kultur, Region und Zeit lassen sich aber unterschiedliche Zustände beschreiben. Dafür können grob gesprochen zwei, miteinander verknüpfte Gründe benannt werden:
Erstens sind die physischen (z.B. Ökosysteme) und sozio-kulturellen (z.B. Gesellschaften, kulturelle Identitäten) Ausgangsbedingungen nachhaltiger Entwicklung global nicht dieselben. Zudem wandeln sich diese Bedingungen im Laufe der Zeit durch natürliche (z.B. Klimawandel) und soziale (z.B. Demographie, sozio-politische Umbrüche) Prozesse.
Zweitens ist Nachhaltige Entwicklung mit Vorstellungen des Guten und Gerechten verbunden. Was das Gute und das Gerechte ist, lässt aber sich nicht abschließend beantworten. Das bedeutet nicht, dass die Antwort willkürlich oder zufällig wäre; es existieren aber unterschiedliche, ethische legitimierbare Auffassungen des Guten und Gerechten.
Was in einem konkreten Kontext unter einer nachhaltige(re)n Entwicklung verstanden werden kann, hängt daher sowohl von den physischen und sozialen Ausgangsbedingungen als auch von den vertretenen Vorstellungen des Guten und Gerechten ab und ist das Ergebnis eines kontinuierlichen gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses. Vor diesem Hintergrund ist es angemessener, statt vom Zustand der Nachhaltigkeit vom Prozess der nachhaltigen Entwicklung zu sprechen.

Diesen Prozess kann die Forschung für nachhaltige Entwicklung voranbringen. Die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Welt ist ein wissensbasierter, ethisch orientierter Such-, Lern- und Erfahrungsprozess, zu dem das Wissenschaftssystem durch ein inter- und transdisziplinär erarbeitetes Transformationswissen beitragen kann. Die Leitfrage der Nachwuchsforschungsgruppe lautet daher: Welche Form, welchen Gehalt und welche Herangehensweisen können, sollen und dürfen wissenschaftliche Expertisen haben, die Entwicklung auf eine nachhaltigere Welt hin orientieren (wollen)? Dabei werden Grundlagen und Bausteine für eine Ethik der Inter- und Transdisziplinarität mit Bezug auf Nachhaltige Entwicklung entwickelt.

Die Nachwuchsforschungsgruppe ist im IZEW-Arbeitsbereich Natur und Nachhaltige Entwicklung angesiedelt.

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